Träumen: Der Himmel über Rottweil (Woche 7)

Laubbäume am Weg

Herbst in Rottweil

Eine Leiche namens Kevin, ein Reisebus voller Flüchtlinge und eine Damenbluse mit Hinrichtungsmuster: In dieser Woche träume (nicht nur) ich besonders intensiv, teilweise auch mit offenen Augen. Dazu zeigt sich der Herbst weiterhin von seiner goldenen Seite – so schön, dass ich meinen Besuch im Dominikanermuseum noch einmal verschiebe.

Momente der Woche

  • In einem Café erzählt eine Frau am Nachbartisch von der Hilfe für die Flüchtlinge in der Gegend. Derzeit würden Wintersachen für Männer dringend gebraucht, so auch Schuhe, sagt sie.
  • In der Werk AG am Dienstag bereiten Schüler die anstehende Halloween-Party vor: Sie schnitzen Gesichter in Kürbisse, basteln Grabsteine aus Styropor und eine Leiche aus altem Zeitungspapier, Schaumstoff und einem Müllbeutel. Die Leiche heißt Kevin. (Auf ihrem Grabstein steht, absichtlich falsch: „RIP Kewin“.)
  • Auch lerne ich in der Werk AG, wie man mit Papier, Schachtel und Nachttischlampe ein Pauspapier ersetzt.
  • Sonnenlicht scheint durch gelbe Herbstblätter: Die Natur imitiert unseren Pauspapier-Ersatz.
  • In einem Modeladen in der Rottweiler Fußgängerzone wundere ich mich über das Muster einer Bluse: Auf weißem Hintergrund sind münzgroße Stricke mit Schlingen gedruckt. Erst bei genauem Hinsehen kapiere ich, dass der Knoten eigentlich ein Schmuckstein und die Schlinge ein Ring sein sollen. Ich schiebe die Fehlleistung auf die intensive Lektüre von Ralf Rothmanns „Im Frühling sterben“ – eine Vorbereitung auf das Rottweiler Quartett im Dezember.
  • Kaum habe ich die Erkältung überstanden, sitze ich beim Abendessen im Konvikt neben jemandem, der hustet wie ein Vulkan. Drei Tage später fühle ich ein Kratzen im Hals …
Himmel

Herbsthimmel über Rottweil

Träume der Woche

  • In einem Stadion wird der deutsche Fußballmeister per Akklamation gekürt. Zwischen den Fans stehen, an verschiedenen Stellen im Stadion, die Trainer der Vereine. Die drei bestplatzierten werden in Großaufnahme auf der Leinwand gezeigt. Besonders lang im Bild zu sehen ist der Trainer des Siegervereins: Einer der beiden BossHoss-Sänger. Er ist der neue BVB-Trainer.
  • Am Mittwoch sitze ich in einem Reisebus voller Flüchtlinge. Unsere ehemalige Deutschlehrerin geht wie ein Schaffner durch die Reihen und kontrolliert. Ich zeige meinen Ausweis und ein Papier vor. Beides wird einkassiert. Schließlich sollen wir die Flüchtlingsunterkunft später nicht mehr verlassen. Ich beschwere mich, ohne Erfolg.
  • Geliehener Traum: Eine Pädagogin träumt davon, dass ihr Chef sie anschreit, dass ein Schüler plötzlich Sänger in einer Boyband ist (mit blondierten Haare, was ihm schlecht steht) und dass sie schwanger ist (von keinem von beiden). Am Ende des Traums treibt sie mit ihrem Freund, einem Unbekannten, auf einer Euro-Palette im See und hofft darauf, per Anhalter mitgenommen zu werden. Als die Pädagogin den Traum einer Kollegin erzählt, sagt die, auch sie habe in der gleichen Nacht davon geträumt, vom Chef angeschrien zu werden.
  • Am Freitag träume ich neue Wörter bzw. Bedeutungen: Im Traum heißen Dias „Epiphanie-Fotos“. Die Geräte zum Projizieren heißen „Diameter“.

Buchtitel der Woche

  • Horror-Häkeln“ (eine Anleitung, wie man Mumien und andere „gruselige“ Figuren herstellt)

2 Gedanken zu „Träumen: Der Himmel über Rottweil (Woche 7)

  1. Ohhhhh – Herbsthimmel über Rottweil! Sooo schön!
    Im Norden weint der Himmel fast durchgängig, nicht erst seit Freitagnacht.

    Inzwischen wird es bei Euch sicher spürbar kälter: trag Sorge für dich und die Schneeflockentaschentücher!

    • Danke! 🙂 Auch hier wird’s grauer … Heute wurde in der Stadt bereits die Adventsbeleuchtung ausprobiert. Wir sind gerüstet für die dunkle Jahreszeit 😉

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